Die Geschichte von Walhalla Kalk

Der Heidelberger Portländer Beiträge zur Unternehmensgeschichte und Unternehmenskultur, Bd. 7

Die Geschichte von Walhalla Kalk
Der Weg von den Pionieren zu HeidelbergCement

[hrsg. von: HeidelbergCement AG]
Dietmar Cramer, Daniela Hesse – Heidelberg
Copyright ©2013 HeidelbergCement AG
Berliner Straße 6, 69120 Heidelberg

Titelfoto: Werksansicht des Kalkwerks Funk,
Ölgemälde von 1889 von Heilmajer, München.
Entwurf und Realisation: ServiceDesign Werbeagentur GmbH, Heidelberg

150 Jahre Kalkindustrie in Regensburg

In der Geschichte von Walhalla Kalk wird das 150-jährige Bestehen von der Gründung bis zur Übernahme durch die HeidelbergCement AG dargestellt.

Durch seine besondere Lage und die Vorkommen an hochreinen Kalksteinen war Regensburg im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum des Kalkhandels. Ende des 14. Jahrhunderts blühte der Handel mit Kalk regelrecht auf und die Regensburger Handelsgesellschaft (Hanse) war gezwungen, den Handel und die Kalkbrennerei durch strenge Richtlinien zu regeln.

Glasherstellung beflügelte die Kalkindustrie

Seit dem 13. Jahrhundert hatte sich das bayerisch-böhmische Grenzgebiet mehr und mehr zu einem Zentrum der Glasindustrie entwickelt. Eine wesentliche Voraussetzung dafür waren die großen Vorkommen an Brennholz und geeigneten eisenarmen Quarzsanden in der Nähe. Ein weiterer wichtiger Rohstoff für die Glasherstellung war hochreiner Kalk, der aus der Region um Regensburg geliefert werden musste. Neue Produktionstechniken im 19. Jahrhundert ließen den Absatz der Glashütten entlang der tschechischen Grenze rasch ansteigen und beflügelten auch die Kalkindustrie.

1911: Gründung der Walhalla Kalkwerke

Die Gründerväter der drei selbständigen Firmen, David Funk, Andreas Büechl und Josef Micheler, gründete im Jahre 1911 eine gemeinsame Verkaufsstelle der Walhalla Kalkwerke GmbH. Trotz der weiterhin bestehenden Konkurrenz untereinander konnte die gemeinsame Verkaufsstelle über hundert Jahre aufrechterhalten werden. Der Walhalla Kalk zeichnete sich als besonders reines, lagerfähiges und ausgiebiges Produkt aus und war in Fachkreisen anerkannt. Durch seinen guten Ruf in Bayern und im benachbarten Ausland stand der Walhalla Kalk an erster Stelle der Kalkprodukte.

HeidelbergCement sicherte das Bestehen der Kalkwerke

In der bewegten 150-jährigen Geschichte der Walhalla Kalkwerke spielte die heutige HeidelbergCement AG eine wichtige Rolle. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der lange Kampf der jüdischen Familie Funk um die Rückgabe ihrer Anteile, die die diese im „Dritten Reich“ verloren hatte. Bereits Ende der 1960er Jahre schloss man verschiedene Verträge mit den Portland-Zementwerken Heidelberg AG, die das weitere Bestehen des Zementwerks absichern sollten. Anfang der 1970er Jahre beteiligte sie sich auch am Kalkwerk D. Funk sowie am Kalk- und Zementwerk A. Büechl. In dieser Zeit war Walhalla Kalk mit 380.000 t gebrannten Kalken das größte Kalkunternehmen Süddeutschlands.

Durch den Strukturwandel in der Stahlindustrie und dem endgültigen Konkurs des größten Kunden Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg wurde der Rationalisierungsdruck immer größer und schließlich unausweichlich. Die bereits in der Vergangenheit wiederholten Versuche einer Zusammenführung der zwei verbliebenen Kalkwerke Funk und Büechl wurde 1998 durch den Verkauf des Kalkwerks Büechl an HeidelbergCement ermöglicht.

Heute produziert Walhalla Kalk mit etwa 100 Beschäftigten jährlich fast 200.000 t Kalk und kalkbasierte Mischprodukte, dazu noch etwa 200.000 t ungebrannte Kalke sowie 350.000 t Mineralstoffe und Schotter. Im Jahr 2015 wurde Walhalla Kalk an die Rheinkalk GmbH verkauft.

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Die Geschichte von Walhalla Kalk.

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