Geschichte der Portland-Cementfabrik Blaubeuren, Gebr. Spohn

Der Heidelberger Portländer. Beiträge zur Unternehmensgeschichte und Unternehmenskultur, Bd. 1

...eine Fabrik verschwindet
Die Geschichte und das Ende der Portland-Cementfabrik Blaubeuren

[hrsg. von der Heidelberger Zement AG]
Dietmar Cramer u.a. – Heidelberg
Ulm: Süddeutsche Verlagsgesellschaft, 2001-04-19
ISBN 3-88 294-313-0

©2001 Heidelberger Zement Aktiengesellschaft,
Berliner Straße 6, 69120 Heidelberg
Umschlagfoto: Rohmühlengebäude (Aufnahme: Gerhard Eilebrecht)
Entwurf und Satz: Fenn Schröder-Dvorak, Blaubeuren

Die Geschichte und das Ende der Portland-Cementfabrik Blaubeuren

„... eine Fabrik verschwindet" lautet der Titel dieses Buches. Sein Thema ist die Geschichte und das Ende der Portland-Cementfabrik Blaubeuren. Der Hobbyfotograf Gerhard Eilebrecht hat das Ende festgehalten. Seine lückenlose Dokumentation des Werksabrisses zeigt das Zementwerksareal unmittelbar vor und nach dem Abbruch. Gerhard Eilebrechts Fotografien bringen die ästhetische Dimension einer nutzlos gewordenen Industrieanlage zum Ausdruck. Im unumkehrbaren Moment des Abrisses offenbart sich die Fabrik und gewährt Einblick in ihr Inneres. Sie zeigt sich für kurze Zeit sozusagen im sezierten Zustand. In den Bildunterschriften verarbeitetet Gerhard Eilebrecht seine subjektiven Eindrücke, sowie das Wissen und die Anekdoten ehemaliger Mitarbeiter. Es gelingt ihm, die Momentaufnahmen nochmals für einen Augenblick zu beleben.Dem gegenüber gestellt sind drei Beiträge, welche die wechselvolle Geschichte des Zementwerks und ihr wirtschaftliches, soziales, kulturelles und kommunalpolitisches Umfeld beleuchten. Die Aufsätze der Historiker Dietmar Cramer, Jörg Martin und Uwe Schmidt sind das Ergebnis sorgfältiger Recherchen und geben den damaligen Forschungsstand wieder.

Entstehung, Blütezeit und Ende des Zementwerks

Dietmar Cramer hat in einem kompakten Beitrag die geschichtliche Entwicklung der Spohn’schen Cementfabrik von der Entstehung über die lange Blütezeit bis zu ihrem Ende nachgezeichnet. Er beschreibt den Unternehmergeist der Gründerfamilie, die Bewältigung von Krisenzeiten, die Behauptung des Unternehmens am Markt und im Wettbewerb gegen die anderen Blaubeurer Zementfabriken sowie die frühe Anlehnung an den HeidelbergCement Konzern.

Das Zementwerk und die Stadt Blaubeuren

Von einer anderen Seite beleuchtet Jörg Martin die Geschichte des Zementwerks. Er beschreibt die Auswirkungen der Industrieansiedlungen auf die Stadt Blaubeuren und geht auf die Rolle der Fabrikanten in den Betrieben sowie ihre Bedeutung in der Stadt ein. In lebendiger Weise stellt er das Beziehungsgeflecht zwischen dem Zementwerk, dessen Leitung und der Kommune dar. Er berichtet vom Entstehen eines eigenen Stadtteils vor den Toren der Stadt und zeigt auf, wie der Wettbewerb zwischen Zementwerk und Stadt zeitweilig zur Triebfeder der Entwicklung Blaubeurens wurde.

Über das Leben der Arbeiterklasse

Mit der Industrialisierung entstand auch eine Arbeiterklasse. Weitgehend in Vergessenheit geraten ist, dass diese eine eigenständige Arbeiterkultur entwickelte, die in der Weimarer Republik ihren Höhepunkt erreichte. Uwe Schmidt hat zahlreiche Jahrgänge der Zeitung „Donauwacht“ akribisch durchgearbeitet und zu einem facettenreichen Aufsatz zusammengestellt. Er stellt heraus, wie stark die Arbeiterkultur das Leben der Fabrikarbeiter auch in der Gegend um Blaubeuren prägte und wie die Arbeiterklasse in der Arbeiterbewegung ihre Identität fand.

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Titelblatt

. . . eine Fabrik verschwindet.

Weitere Publikationen

Ringöfen und Klinkerlager, 1896.

„Von Menschen und Zement“

Die Geschichte des Zementwerks Leimen
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