Von Menschen und Zement

Der Heidelberger Portländer. Beiträge zur Unternehmensgeschichte und Unternehmenskultur, Bd. 2

Von Menschen und Zement
Die Geschichte des Zementwerks Leimen

[hrsg. von der Heidelberger Zement AG]
Dietmar Cramer u.a. – Heidelberg
Ulm: Süddeutsche Verlagsgesellschaft, 2001-04-19
ISBN 3-88 294-321-1

©2001 Heidelberger Zement Aktiengesellschaft,
Berliner Straße 6, 69120 Heidelberg
Titelfoto: Steffen Fuchs
Entwurf und Satz: Fenn Schröder-Dvorak, Blaubeuren

Die Geschichte des Zementwerks Leimen

„Von Menschen und Zement“ lautet der Titel des Buchs, das die Geschichte des Zementwerks Leimen zusammenfasst. Das Herz der Veröffentlichung bilden zwei Themenblöcke. Das Thema Menschen durchzieht das Buch wie ein roter Faden. Der Fotograf Steffen Fuchs hat über fünf Jahre hinweg Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz fotografiert und damit Momentaufnahmen geliefert. Parallel dazu wird die Entwicklung des Zementwerks Leimen von seinen Anfängen bis heute dargestellt. Der Leser erhält so zu den Fotografien das notwendige Hintergrundwissen. Im historischen Text werden schwerpunktmäßig Personen, aber auch Entwicklungstendenzen der Zementindustrie beleuchtet. Beide Aspekte, die Momentaufnahmen und die historische Erzählung, bieten dem Leser Einblicke in die Identität von HeidelbergCement.

Das Buch beginnt mit den Anfängen des Portland-Cement-Werks, Schifferdecker & Söhne, in Heidelberg und der Verlegung des Werks nach Leimen. Als das Werk im Jahr 1896 in Betrieb ging, zählte es zu den größten und modernsten Industriebauten im Deutschen Reich. Es übernahm lange Zeit Vorbildfunktion, sei es als Kaderschule, technologischer Schrittmacher oder Vorreiter bei den sozialen Einrichtungen.

Die Unternehmerfamilie Schott

Die Geschichte des Zementwerks Leimen ist auch eine Erfolgsgeschichte der Unternehmerfamilie Schott, namentlich Geheimrat Friedrich und Dr. Ehrhart Schott. Ausgehend vom Standort Leimen schufen sie einen rasch wachsenden Konzern und gingen auch in schwierigsten Zeiten auf Wachstumskurs. Über ein Lebensalter hinweg bestimmten sie die Geschicke des Unternehmens. In patriarchischer Weise beherrschten sie das Geschehen und waren gleichsam geliebt und gefürchtet. Für die Mitarbeiter schufen sie eine Reihe von Wohltätigkeitseinrichtungen. Diese bestanden aus dem Bau von Werkswohnungen, einem Werksschwimmbad, einer Arbeiterfesthalle, sowie Unterstützungsleistungen verschiedenster Art.

Aber auch die technologische Entwicklung des Werks war bemerkenswert. Als eines der ersten Werke in Deutschland hatte man in Leimen schon 1902 Drehöfen eingesetzt. Im Steinbruch wurde seit 1909 im sogenannten Rollochverfahren gearbeitet, was die Arbeit mit Pickel und Schaufel stark reduzierte. Eine Drahtseilbahn machte den Steintransport aus dem 6 km entfernten Steinbruch in Nußloch viel effizienter. Aber auch Kuriositäten gehörten zur Ära Schott. So unterhielt das Werk über Jahrzehnte hinweg eine Fabrik, in der eigens konstruierte Maschinen angefertigt wurden.

Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde auch diese Ära unterbrochen. Die Zementindustrie stieg unter der Nazi-Herrschaft zur Schlüsselindustrie auf. Auch das Zementwerk Leimen wurde in dieser Zeit durch zahlreiche Umbauten modernisiert.

Nach dem Zusammenbruch kam Dr. Ehrhart Schott als Treuhänder ins Unternehmen zurück. Jahre beispielloser Absatzsteigerungen folgten, bis mit der Ölpreiskrise 1973 lange Jahre der Rezession zu bewältigen waren. In der Krise eine Chance sehen war auch das Motto der 1980er Jahre. Rohstoffsicherung, Energieeinsparung, Qualitätssicherung und Umweltschutzmaßnahmen hießen fortan die neuen Leitsätze.

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Titelblatt

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Weitere Publikationen

Werksbeamte im Gasthaus "Jägerlust", 1900.

„Vereinsgemeinde Zementwerk Leimen“

Von Gegengemeinde und Sängerbund
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